Restauration des Fells eines indischen Leoparden (Panthera pardus fusca)
Wahrscheinlich Anfang der 1950er Jahre geschossen

Vorbereitung des Kopfs: Einpassen des künstlichen Gebisses.

Vorbereitung des Kopfs: Schnitzen in speziellem Präparaten-PU-Schaum.

Die Verankerung des Helms (hergestellt durch den Kunden) ist eingesetzt.

Nasen- und Augenlöcher sind massiv verzogen, die Lefzen fehlen.

Das Fell ist überzogen und auf dem besten Weg zur Rettung.

Fixierungen halten das Fell in der richtigen Form, bis alles trocken ist.
Vorgeschichte
Der vormalige Besitzer des Fells, Robert Nievergelt-Aerne, arbeitete ab 1947 im Auftrag des Handelshauses Gebrüder Volkart mit Sitz in Winterthur (gegründet 1851) im indischen Calicut und nachher in Cochin (heute Kochi, Region Kerala, Indien). Als die Kinder schulpflichtig wurden, zügelte die Mutter Ruth Nievergelt-Aerne im Jahr 1956 mit ihnen in die Schweiz zurück. Beim Umzug nahm sie das Leopardenfell mit. Der Vater blieb bis 1970 in Indien und das Fell im Besitz der Familie.
Soweit es zu rekonstruieren ist, wurde das Tier Anfang der 1950er Jahre in der Region Kerala in Indien geschossen. Gemäss Überlieferung der Familie Nievergelt war das Tier vermutlich ein «Problemtier», da schon damals keine eigentliche Jagd auf Grosskatzen mehr erlaubt war. Leoparden drangen aber immer wieder in die Dörfer im Dschungelbereich ein und führten zu Konflikten.
Die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (kurz CITES, Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) ist seit 1973 in Kraft. Weil das Fell wesentlich älter ist, fällt es nicht unter diese Vereinbarung. Auf der Rückseite des Fells ist ein Stempel sichtbar. Vermutlich dürfte das der Stempel der Gerberei sein – Genaueres ist aber nicht zu erkennen. Dank dieses Stempels ist das Fell klar identifizierbar.

Risse und Löcher im Fell.

Die Zeichnung des Fells fasziniert.

Die Risse werden mit Rindsleder zur Verstärkung aufgedoppelt.

Die Risse werden mit Baumwollbändern verleimt.

Auf die Ohren habe ich Leder aufgeklebt, damit der Übergang zum Fell unsichtbar wird.

Modellierte Fehlstellen bei Nase und Augen.

Die Ohren werden beschichtet für das nachträgliche Beflocken.

Die Ohren sind beflockt.

Koloration von Ohren, Nase, Augen, Lederfehlstellen und Lefzen.

Auch die Innenohren sind jetzt behaart und koloriert.

Übergabe des fertigen Fells am 30. Juli 2024.

Der Adlerträger, Aquilifer der
I Kohorte, ist der ranghöchste Feldzeichenträger der Legion.

Glücklicher Kunde nach der ersten Anprobe.
Eindrücke vom ersten Anlass mit dem präparierten Leopardenfell am Römerfest in Augusta Raurica vom 24./25. August 2024
Der Verein «VEX LEG XI CPF» betrachtet sich als Teil einer weltweiten Bewegung, die «Living History» genannt wird. Daher rüsten sich die Mitglieder mit möglichst originalgetreuen römischen Accessoires aus.
Der Verein hat kürzlich ein Buch publiziert:
https://legioxi.ch/index.php/roemerbuch
«Das Schwert von Vindonissa» ist ein Sachbuch, das wissensorientiert ist und sich an ein kulturgeschichtlich interessiertes Laienpublikum (Erwachsene, Jugendliche, Kinder) richtet.
Schauen Sie auch unsere
Seite zum «Römerhelm mit Wolfsfell» an, der ebenfalls vom Verein in Auftrag gegeben wurde.
Mitarbeitende
Sibylle Duttwiler und Marcel Nyffenegger
Auftraggeber
Verein «VEX LEG XI CPF»
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